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Schlagwort-Archive: Jules Verne

„Schweizer Familie“ goes STEAMPUNK

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Werte Steampunker, liebe Freunde

In der aktuellen Ausgabe der „Schweizer Familie“, Heft 47/2014, findet Ihr ein kleines Portrait über mein Schaffen. Zudem gibt es einen tollen Bericht über „150 Jahre Wintersport in der Schweiz“ mit wunderbaren Lichtbildern aus dieser vergangenen Zeit. Diesen Bericht könnt Ihr sogar als PDF herunterladen.

Mit einem freundschaftlichen Gruss aus meinem Laboratorium

Euer Chocolatist

SF Titel

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Verfasst von - 25. November 2014 in Steampunk News

 

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Das Steampunk Baumhaus – Teil 1 & 2

Der Bau unseres Steampunk Baumhauses geht zügig voran. Gerne präsentiere ich Ihnen nachfolgend erste Lichtbilder der Baustelle…

Im Rauchersalon auf der Anastasia können Sie den gesamten Bau verfolgen: http://salon.clockworker.de/forum/topics/das-steampunk-baumhaus-eine-bildergeschichte

 
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Verfasst von - 1. Oktober 2012 in Steampunk News

 

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Steampunk in Freiburg: Ein Nachmittag mit Doc Damyrev und Kollegen

Steampunk in Freiburg: Ein Nachmittag mit Doc Damyrev und KollegenSamstagnachmittag vor dem Gasthaus zum Kranz in der Herrenstraße: eine kleine Menschentraube hat sich gebildet, neugierige Touristen im Rentenalter und kleine Kinder drängen sich um ein Grüppchen bizarr gekleideter zeitreisender Abenteurer, die sich fröhlich fotografieren lassen. Freiburgs erstes Steampunktreffen! Philipp war für fudder dabei:

Steampunker, stelle ich fest, teilen eine Optik, die grob an die Science-Fiction des späten viktorianischen Zeitalters angelehnt ist, mit viel Freiheit im Detail. „Doc Damyrev“ trägt eine mit kupfernen und messingnen Gerätschaften und Linsen übersäte blaukarierte Wollweste wie eine Dickens-Figur, ebenso ausgestattete braunlederne Unterarmschoner und dazu eine Art Pilotenhaube (Leder, braun). „Pierre de Vapeur“ trägt eine runde Nickelbrille, Koteletten bis zum Kinn, eine taubenblaue zweireihige Uniformjacke mit glänzenden kupfernen Knöpfen und ausladenden Schulterstücken aus Leder und, wenn ich mich recht entsinne, einen Zylinderhut mit einer altmodischen Piloten- oder Autobrille.

Sein Kostüm wird komplettiert durch eine komplexe Konstruktion aus kupferfarbenen Schläuchen und einer Art Rucksack irgendwo zwischen Kuckucksuhr und Ururomas Gewürzschränkchen. Er ist, sehr grob gesagt, eine Art magischer Koch – ich bin zwischendurch etwas überfordert, mir alles zu merken.

Anders als die düster-bleichen Goths, mit denen sie auf Treffen wie dem Leipziger Wave Gothic Fest zusammenkommen – „für die Securities sind die Kostüme immer eine Herausforderung “, erzählt Damyrev, der ein breites Spektrum an unidentifizierbaren Metallgegenständen am Körper trägt -, mögen die Steampunker es warm und mit Patina. Farben wie Braun, Kupfer, Messing sind allgegenwärtig. Den zur modernen Vorstellung der späten viktorianischen Ära dazugehörenden Sepiaschleier muss man sich nicht erst dazudenken. „Edelstahl mögen wir zum Beispiel nicht so“, sagt ein Steampunker, der sich als „Karlsson vom Dach“ vorstellt und eine Art Messing-Propellerrucksack trägt, in dem ich unter anderem Teile eines Blechblasinstruments wiedererkenne.

Zusammen mit der Einrichtung des Gasthauses zum Kranz – dunkles Holz, Trockenblumengebinde, alte handkolorierte Schwarzweißfotografien, blecherne Kutschenlampen – ergibt sich ein cooles Gesamtkunstwerk. „Es gibt drei Kategorien Leute“, erzählt Damyrev. „Die einen ignorieren einen, die anderen kucken und fragen, und die dritten und so, als ob sie einen ignorieren, und kucken dann heimlich.“ Die Gäste des Gasthauses gehören meist zur zweiten Katgorie, es gibt großes Hallo.

Die Bewegung, Szene oder Ästhetik des Steampunk ist ursprünglich schon in den 80er und 90er Jahren in den USA entstanden und ist inspiriert von Klassikern wie Jules Verne und H.G. Wells, produziert aber längst eine Fülle neuen Materials. Doc Damyrev zeigt mir Comic- und Bildbände voller Illustrationen fliegender Städte und seltsamer magie-, dampf- und uhrwerkbetriebener Wesen, Artefakte und Kunstwerke.

Die Szene definiert sich über diese Kreationen, der Schwerpunkt liegt auf dem Basteln, Bauen, Malen, Geschichtenerzählen. Filigrane Feenflügelchen mit Zahnradantrieb – ein Feelikopter! Mahagoni- und Messinggehäuse für Laptops. Enorm retroschicke Picknicksets. „In Luxemburg wird es eine Veranstaltung geben, bei der ein Expeditionslager aufgebaut wird“, erzählt Tutursula von Ungefähr, „mit Beduinenzelten. Ich bleibe aber wahrscheinlich doch lieber im Wohnmobil.“ – „In der mobilen Expeditionsbasis“, korrigiert Pierre. Eine Musikrichtung hat die Szene dagegen zum Beispiel nicht.

Eine spielerische Leichtigkeit zeichnet die Szene aus – von den ausnahmslos nichttödlichen „Waffen“ der Anwesenden – eine projiziert, wenn ich das richtig verstanden habe, die negativen Gedanken des Angreifers auf ihn zurück – über die unbekümmert-albernen Charakternamen bis zu den Abenteuern, die sie bestehen – meist Entdeckungsreisen, Forschung und Wissenschaft an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, quasi Dampfschiff Enterprise auf sehr sehr guten Drogen. Doc Damyrev fehlt zu seinem „Wolkendiffusor“ noch ein seltenes Mineral, das nur in den Ringen des Saturn vorkommt, was, führt er aus, das schlechte Wetter erkläre. Prof. Tutursula von Ungefähr beschäftigt sich mit „Magie und extravaganten Sprachen“ und fängt Worte in essbare Kugeln ein.

Defekte an der Ausrüstung kommen gelegentlich vor, erzählt Damyrev. „Zweikomponentenkleber  habe ich immer dabei.“ Teile vom Trödler mischen sich in den Requisiten, pardon, Ausrüstungen, harmonisch mit solchen aus dem Baumarkt. Während ich versuche, meine Eindrücke aufzuschreiben, unterhalten sich die Steampunker über Vorsichtsmaßnahmen, um nicht mehr Geld als geplant auf dem Flohmarkt auszugeben, über die Gefahren des Lötens, die Probleme des Schneiderns historischer Kostüme und weitere geplante Erfindungen.

Die Gesellschaft ist ebenso gebildet wie blaublütig. Neben der Professorin für Extravagante Sprachen und Magie und „Doc“ Damyrev ist auch eine Kryptozoologin anwesend, und wenn wir Karlsson „vom“ Dach als Adligen durchgehen lassen (warum auch nicht) überschreitet die Adelsquote der Anwesenden locker die 50%. Steam-Proletarier gibt es nicht, bestätigt der Doc, auch wenn es wohl müßig ist, in diese Tatsache viel hineinzulesen – Fußballfans verkleiden sich auch nicht als der Hausmeister vom Stadion. Trotzdem kann man wohl sagen, dass beim Steampunk das, was man gemeinhin unter „Punk“ versteht, im Vergleich zum doch noch recht düsteren „Cyberpunk“ noch einmal ein großes Stück weiter in den Hintergrund getreten ist.

Eine stilistische Orthodoxie hat sich anscheinend (noch?) nicht herausgebildet. Madame du Jard, aus Schwangerschaftsgründen ohne Korsett, aber immer noch stilecht, wenn auch schlicht und zahnradfrei gekleidet und mit einer ziemlich coolen, äh, historischen Frisur, die zu beschreiben mir komplett das Vokabular fehlt, kommt eigentlich „aus der Viktorianik und dem Reenactment“ und spielt jetzt mit dem Gedanken, in den Steampunk einzusteigen, um nicht mehr auf die Authentizität „jeder Kuchengabel“ achten zu müssen. Einige spielen mehr ins Gothige: Karlsson vom Dach trägt Weinrot und Schwarz statt Blau und Braun zum Messing, eine Frau trägt ein spektakuläres schwarzes Rüschenkleid inklusive Hütchen.

Die Offenheit, Herzlichkeit und Verspieltheit der Szene verbreiten ansteckend gute Laune. Wer Kupfer, Messing und ein barock überzeichnetes, verspieltes Pastiche der Kunst der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert – plusminus großzügig einige Dekaden – hübsch findet, als Kind Jules Verne gelesen hat, gerne bastelt, eine Affinität zum Adel und ein Faible fürs Fantastische hat, für den könnte Steampunk einige spannende Möglichkeiten bieten, seine Zeit zu verbringen. Auch für die meisten anderen dürfte zuallermindest eine Google-Bildsuche nach „Steampunk“ eine nicht ganz uncoole Methode sein, die nächste Mittagspause zu verbringen.

Organisiert wurde das Treffen über den Kartenraum des deutschen Steampunkforums Clockworker. Für die Zukunft sind weitere Treffen und Ausflüge etwa in Museen oder auf eine Dampfschifffahrt angedacht.

via Freiburg: Steampunk in Freiburg: Ein Nachmittag mit Doc Damyrev und Kollegen – Stadtgespräch ●●● fudder.

 
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Verfasst von - 4. September 2012 in Steampunk News

 

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Jules Verne Ausstellung im Seedamm Center Pfäffikon SZ

Jules Verne – eine spannende Ausstellung

vom 24. Juli bis 14. August 2012    www.sedamm-center.ch

Jules Vernes aussergewöhnliche Reisen!

Das Seedamm-Center präsentiert den Besucherinnen und Besuchern einmal mehr ein spannende, hochinteressante Ausstellung!

Dem berühmten Visionär Jules Verne (1828-1905) war einer der ersten Science-Fiction-Autoren.
Seine Romane „20 000 Meilen unter dem Meer“ und „Reise um die Welt in 80 Tagen“ waren Welterfolge.
Die Ausstellung gibt Einblick in die fantastischen Reisen, auf dem Land, im Wasser, in der Luft und im Weltall. Dabei werden auch Fahrzeuge gezeigt, die Jules Verne in seinen Romanen vorgestellt hat.
Die fantastischen Weltreisen des Jules Vernes sind hochinteressant und werden Erwachsene, Jugendliche wie auch Kinder begeistern!
Die Ausstellung wird fachkundig betreut. Gratisführungen jeden Nachmittag um 14.00 Uhr. Treffpunkt: Mittlere Verkaufsebenen gegenüber Manor. Privatführungen nach Voranmeldung direkt in der Seedamm-Center-Verwaltung oder Tel. 055 417 30 60.

Hier einige Impressionen, was zu erwarten ist:

 
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Verfasst von - 27. Juli 2012 in Steampunk News

 

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Das Nautilus Kinderzimmer

Beim Stöbern durch das Aethernetz stiess ich auf ein grandioses Nautilus Kinderzimmer im Steampunk Style. Da wären meine zwei Kleinen wohl hin und weg…

Infos zu diesem Umbau gibt’s hier:  http://lessthanperfectlifeofbliss.blogspot.de/2012/01/my-extreme-makeover-home-edition.html

Steampunk

 
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Verfasst von - 24. Juni 2012 in Steampunk Gadgets, Steampunk News

 

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Jules Verne und das Kino – Die Reise zur geheimnisvollen Insel

von Roman Dobrovolny, am 5.3.12

die reise zur geheimnisvollen insel

Seit Kurzem läuft Die Reise zur geheimnisvollen Insel in den Kinos. Wie auch sein Vorgänger Reise zum Mittelpunkt der Erde bedient sich Brad Peytons Film an Story-Elementen des französischen Romanautors und Wegbereiters der Science-Fiction Jules Verne. Der in 3D-Technik produzierte Film führt die lange Auseinandersetzung des Kinos mit dem Werk Jules Vernes weiter. Ein Werk, welchem die Entwicklung des Films einiges verdankt. So dienten die Texte des visionären französischen Autors niemand Geringerem als dem Stummfilm-Pionier Georges Méliès zur Inspiration. Sein Verdienst dabei besteht jedoch keineswegs nur darin, den Visionen Jules Vernes ein visuelles Gepräge gegeben zu haben – mit seinen Verne-Verfilmungen (u.a. Le voyage dans la lune (1902), 20000 lieues sous les mèrs (1907)) brachte Méliès zu allererst den Film als ein künstlerisches Medium auf den Weg.

Zugegeben: die „Spezialeffekte“ eines Films wie Le voyage dans la lune reißen den mit der hundertjährigen, auf Méliès folgenden Kino- und Bildtradition vertrauten Zuschauer nicht mehr wirklich vom Hocker. Eher erfolgt die Darstellung der „Raumfahrttechnik“ sowie der fremden Mondlandschaft und -zivilisation, die es hier zu sehen gibt, mit einer heiteren Naivität, die sich – zumindest aus heutiger Perspektive – die meiste Zeit selbst aufs Korn zu nehmen scheint. Und auch Jules Vernes selbst, der in seinen Werken stets um Augenhöhe mit der zeitgenössischen Wissenschaft bemüht war, hätte über die zwar originellen, aber in ihrer Illusionswirkung doch recht dürftigen Anstrengungen Méliès wohl allenfalls milde gelächelt. Doch ist dies nicht wirklich wesentlich. Bemerkenswert ist vielmehr, dass ein Filmemacher wie Georges Méliès, der selbst ein bahnbrechender Erfinder auf dem quasi-wissenschaftlichen Gebiet filmischer Tricktechnik war, sich gerade von Jules Verne inspirieren ließ.Méliès begeisterte sich auf diese Weise für ein Medium, das wie keines zuvor auf Technik zum Zweck der Illusionsbildung zurückgriff. Diese anhaltende und ansteckende Begeisterung, welche die Entwicklung des Kinos seit frühesten Tagen antreibt, geht somit auf Beweggründe zurück, die dem literarischen Konzept Vernes – seinem Fortschrittsoptimismus, seinem Hang zum Phantastischen und seinem stets dem Eskapismus zugeneigten Entdecker-Gestus – mehr als nur verwandt sind.

Die kühnen Phantasien Vernes kreisen zumeist um fremdartige Lebensformen und bedrohliche Anderswelten, durch welche sich die Protagonisten mittels diverser technischer Gadgets einen Weg bahnen. Diese Merkmale prädestinieren seine Stoffe natürlich geradezu für ihre filmische Adaption durch ein (Illusions-)Kino, welches sich seit Méliès Tagen immer wieder auch als Fenster zu unentdeckten Welten begreift. So wurden Méliès und seine Nachfolger nicht müde, sich stets aufs Neue an Umsetzungen Verneszu erproben. Besonders 20000 Meilen unter dem Meer Reise um die Erde in 80 Tagen und Reise zum Mittelpunkt der Erde erfuhren dabei gesteigertes Interesse. Sie wurden jeweils um die zwanzig Mal verfilmt. Filme wie Richard Fleischers erfolgreiche Adaption von 20000 Meilen unter dem Meer (eine Disney-Produktion von 1954 mit Kirk Douglas und James Mason in den Hauptrollen) arbeiteten sich in puncto tricktechnischem Raffinement immer wieder an den Visionen des Sciencefiction-Pioniers ab. Mit Blick auf diese Entwicklung, die mit der 3D-Umsetzung von Reise zum Mittelpunkt der Erde und Reise zur geheimnisvollen Insel wohl einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, lässt sich geradezu behaupten, dass das Kino – in seiner stetigen Auseinandersetzung mit Jules Verne – selbst zu einer Art verne’scher Illusionsmaschine geworden ist. Eine Maschine, die die Vorstellungswelten Vernesmittlerweile weit hinter sich gelassen hat, um ihrerseits Welten, ja ganze Universen (von Star Wars, über Star Trek, bis zu Matrix) hervorzubringen. Der Aufwand und die Finesse in Animations- und 3D-Technik, die dabei mittlerweile von Filmemachern wie James Cameron (Avatar) oder Martin Scorsese (Hugo Cabretund vielen anderen an den Tag gelegt werden, hätten letztlich wohl auchJules Vernes einen gewissen Respekt abgenötigt.

Indessen bricht, wie gesagt, die filmische Rezeptionsgeschichte Vernes dennoch nicht ab. Es bedarf dabei mitunter nicht einmal mehr der direkten Adaption, insofern sich seine Stoffe – wie anhand vonReise zur geheimnisvollen Insel deutlich wird – längst in so etwas wie kulturelle Versatzstücke für einen bestimmten Zweig des Abenteuer- /Unterhaltungskinos verwandelt haben. Auch ist es nicht schwierig Vernes Einfluss hinter der Fülle sogenannter Steampunk-Filme (etwa Hugo Cabret) zu bemerken, die momentan auf den Markt gebracht werden. Und selbst in Camerons Avatar lassen sich die bereits erwähnten typisch verne’schen Plot-Elemente – fremde Lebensformen in Verbindung mit einer der Erde ähnliche aber dennoch grundverschiedenen Welt, die der Mensch sich durch Technik unterwirft – im Grunde deutlich ausmachen.

Während nun aber Filme wie Avatar (genau wie auch die ältere Matrix-Trilogie) in ihrem filmtechnisch-formalen Aspekt eine gewisse Technik-Begeisterung geradezu zelebrieren, so legen sie doch – auf ihrer inhaltlichen Ebene – eine kritische Skepsis an den Tag, die sich problematisierend mit Technik im Allgemeinen auseinandersetzt. Es handelt sich bei ihrer Kritik um eine definitive Abwendung von jeglichem naiven Fortschritts-Optimismus und Technik-Pathos, wie sie für die Werke Jules Vernes so charakteristisch sind. Ganz anders verhält es sich mit den erwähnten, dem „Steampunk“ zuzuordnenden Filmen, die bild- und tricktechnisch zum Teil auf ähnlich hohem Niveau rangieren. Ganz im Gegensatz zur technik-kritischen Stoßrichtung der Marke Avatar, oder Matrix bekennen sie sich emphatisch zu einer nostalgisch-verklärten Vorform der modernen Technik: Zu eben jenen Dampf- und Zahnrad-betriebenen Maschinerien nämlich, wie sie im 19. Jahrhundert der damals noch revolutionären Vorstellungswelt eines Jules Verne entsprangen.Nun täte man dem Steampunk allerdings Unrecht, wollte man seinem Retrofuturismus jegliches kritische Moment absprechen und in derartigen Filmen partout nur trendiges Unterhaltungskino in einem bestimmten, ästhetisierenden Gewand sehen. Auch hier wird eine gewisse, wenngleich naivere Technik-Kritik geübt. Diese ist allenfalls weniger global ausgerichtet, insofern sie sich nur auf eine bestimmte „entfremdete“ Technik richtet, die ihre Funktionsweise hinter polierten Oberflächen und Touchscreens der Kenntnis des Benutzers entzieht. Dieser „bösen“ wird die „gute“, in bester D-I-Y-Manier instandgehaltene Technik entgegengesetzt. Gefeiert wird der ehrlich-bodenständige, sympathisch vor sich hinschnurrende Apparat, zu dem man sich in sehnsuchtsvoller Nostalgie zurückwünscht… Angesichts dessen lässt sich nun allerdings sehr wohl infrage stellen, ob eine weitere filmische Auseinandersetzung mit Jules Verne im 21. Jahrhundert noch einen Punkt hat, der über anachronistisch angehauchte Unterhaltung und eskapistisches Jugendkino hinaus geht.

 
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Verfasst von - 10. März 2012 in Steampunk News

 

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