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Cyanotypien aus dem heimischen Garten

Gestern und heute haben wir die schöne Frühlingssonne genutzt und im Garten Cyanotypien belichtet – einfach so zum Spass! Wie immer haben wir das Papier selbst vorbereitet und beschichtet. Da wir noch alte Tierbücher im Altpapier hatten haben wir auch einzelne Buchseiten herausgeschnitten und mit der Cyano-Lösung bestrichen. Dies ergibt ganz spezielle Unikate, da jede Buchseite individuelle Illustrationen enthält, welche durch das Bild hindurch sichtbar bleiben.

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Verwendet haben wir Sir Herschels Standardformel aus dem jahre 1842:

20g warmes destilliertes Wasser, 2,5g grünes Ammoniumferricitrat und 1,2g rotes Ferricyankalium – bei stark gedämpftem Licht zusammenmischen bis sich alle Kristalle vollständig gelöst haben. Danach gleichmässig und in einer dünnen Schicht auf das Papier auftragen. Entweder mit einem Pinsel oder einem Schwämmchen. Zum Schluss wird das Papier im dunkeln getrocknet.

Danach sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann das Papier, so wie es Sir John Herschel vor knapp 200 Jahren gemacht hat, mit Pflanzen belegen und mit einer Glasplatte abdecken. Oder man benutzt ein Foliennegativ aus dem Laserdrucker oder ein echtes photographisches Negativ.

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Die Belichtungszeit in der Sonne beträgt bei Pflanzen etwa 5 bis 10 Minuten, je nach gewünschtem Resultat und Transparenz der Pflanzenblätter. Bei der Arbeit mit Foliennegativen reichen rund 3 Minuten.

Nach der Belichtung wird das Papier im Wasserbad gut ausgewaschen, bis keine gelbe und blaue Farbe mehr ausgewaschen wird. Besser zu lange waschen, da sich das Bild sonst später wieder blau färbt.

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Die „Cyanotype Exposure Machine Model 1842“

Schon länger habe ich mit der Herstellung von Cyanotypien beschäftigt. Dieser alte photographische Prozess wurde von Sir John Herschel im Jahr 1842 erfunden. Wie genau dieser faszinierende Prozess funktioniert erklärt Euch die WIKI sehr anschaulich.

Zur Belichtung der Bilder benötigt man entweder die Sonne oder eine künstliche UV-Quelle – z.Bsp. ein altes Solarium. Da die Sonne im Winter eher schwierig zu kontrollieren ist habe ich mir eine Belichtungsmaschine aus einem alten Gesichtsbräuner gebaut: Die „Cyanotype Exposure Machine Model 1842“.

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Für die ersten Testbilder benutzte ich altes Inkjetpapier ab Rolle und die selbstgebraute Lösung aus Blutlaugensalz und Ammoniumeisencitrat. Die Lösung habe ich mit einem weichen Pinsel dünn aufgetragen und gut trocknen gelassen. Das Papier muss im halbdunkeln hergestellt werden, da die gemischte Lösung bereits Lichtempfindlich ist.

Als Negativ habe ich ganz einfach ein SW-Bild invertiert und mit dem Laserdrucker auf eine Transparentfolie gedruckt.

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Danach wird ein passendes Stück beschichtetes Papier mit dem aufgelegten Negativ in einem handelsüblichen Bilderrahmen eingespannt. Es muss darauf geachtet werden, dass das Negativ satt auf dem Papier aufliegt.

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Nun wird der Rahmen auf dem Belichter platziert und während 4 Minuten belichtet. Meine „Cyanotype Exposing Machine Model 1842“ ist mit 4 UV-Röhren à je 15 Watt ausgerüstet ujd liefert somit rund 60 Watt Leistung.

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Nach der Belichtung wird das Papier aus dem Rahmen genommen und sofort im Wasserbad gewässert. Innert einigen Sekunden erscheint das Photo auf dem Papier. Gewässert wird während rund 5 Minuten. Es ist wichtig, dass alle wasserlöslichen Komponentenen aus dem Papier herausgelöst werden.

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Nach dem Wässern kann die Cyanotypie auf Papiertüchern gut getrocknet werden. Damit das Papier wieder völlig flach wird, kann es auch über Nacht in einer Buchpresse eingespannt werden.

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Das war jetzt eine „Schnell-Einführung“ in die faszinierende Welt der Cyanotypie. Vielleicht packt es den einen oder die andere von Euch ebenfalls. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spass beim experimentieren!

 

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