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Die „Mouse Trap II“ – eine Kamera für die alternative Eisen-Photographie

Bei allen Eisen-Prozessen wie dem Cyanotype und dem Ferro-Gallic Prozess wird für die Belichtung sehr viel Licht benötigt. Deshalb werden diese Prozesse eigentlich nur als Druckverfahren ab einem Negativ verwendet. Die Lichtstärke in einer Kamera ist um ein Vielfaches schwächer und eine Belichtung ist eigentlich nicht möglich. Ausser man baut spezielle Kameras mit grosser Lichtstärke und verwendet neue Eisenverfahren, wie zum Beispiel „mein“ Cyanotype „CITUM“.

Meine neue Mouse Trap Kamera belichtet ein Format von 10x10cm und ist mit einem antiken ISCO KIPTAR Projektionsobjektiv ausgerüstet. Das Gehäuse und die Objektivhalterung habe ich auf dem „ENDER 3“ gedruckt. Das Objektiv kann zur Scharfstellung verschoben werden. Die erste Photographie mit dem Ferro-Gallic Process von 1860 war vielversprechend. Ich bin gespannt auf die weiteren Versuche mit dieser speziellen Kamera.

Ich wünsche Euch gut Licht           Euer  Doc Aetherman

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Auf den Spuren des „Ferro-Gallic Process“ aus dem Jahre 1870

Und immer noch bin ich auf der Suche nach einem perfekten alternativen Prozess für die Photographie mit Eisensalzen. Nach den vielen Versuchen mit dem bekannten Cyanotype Prozess und meiner neuen Formel mit dem Namen „CITUM“ bin ich einfach noch nicht so recht zufrieden. Zwar ist die erreichte Empfindlichkeit meines CITUM-Papiers echt beeindruckend, doch es handelt sich beim Cyanotype Prozess halt immer noch um ein Negativ-Verfahren. Das heisst helle Bereiche im Bild erscheinen im dunklen satten Blau, die dunklen in Weiss. Dadurch wird eine Kontaktkopie nötig, und genau die ist bis jetzt ein ungelöstes Problem. Und genau aus diesem Grund bin ich schon länger auf der Suche nach einem Positiv-Verfahren mit Eisensalzen. Der Pelletprozess wird hier oft genannt – doch meine Resultate in der Plattenkamera waren absolut unbrauchbar.

Also habe ich weiter viele alte Bücher gewälzt und stolperte über den immer wieder genannten „Ferro-Gallic Process“ von Alphonse Poitevin. Poitevin war einer der wichtigsten Erfinder der Fotografie neben Nicéphore Niepce, Daguerre Bayard, Fox Talbot und Niepce de Saint-Victor.

Der Prozess basiert auf einer lichtempfindlichen Emulsion aus Eisenvitriol, Weinsäure, Eisen-III-Chlorid und Gelatine. Das beschichtete Papier hat eine gelbe Farbe und wird dann mit einem Positiv belichtet.

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Das gelbe Papier mit einem Positiv von Poitevin im Belichtungsrahmen

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Belichtung auf der kleinen LED UV-Box analog dem Cyanotype Verfahren

Nach dem Belichten sind die belichteten Stellen auf dem Papier weiss und man kann das Bild bereits schwach erkennen.

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Das Galluseisenpapier nach dem Belichten

Nun kommt das Papier in eine Entwicklerlösung mit Gallussäure und etwas Oxalsäure. Gallussäure wurde früher aus gemahlenen Galläpfeln gewonnen und zusammen mit Eisenchlorid zur Tintenherstellung genutzt. Und genau diesen Vorgang macht sich dieser faszinierende Prozess zunutze.

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Die Gallussäure reagiert mit dem Eisenchlorid an den unbelichteten Stellen im Bild und färbt diese schwarz

Nach kurzer Zeit in der Entwicklerlösung wird das Papier dann gewaschen und gut getrocket. Das Resultat war für mich sehr verblüffend. Ein wirklich grandioser vergessener Prozess. Jetzt wird es Zeit für ergänzende Experimente. Ich denke ich bin jetzt endlich auf dem richtigen Weg! Besten Dank werter Alphonse Poitevin!

Ich wünsche Euch immer gut Licht           Euer Doc Aetherman

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Alphonse Poitevin, der Erfinder des „Ferro-Gallic Process“ im Jahr 1870

 

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Das revolutionäre Incamera Cyanotype Selfie von heute…

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„Sie wussten nicht, dass es unmöglich ist, und deshalb haben sie es getan!“

Seit rund 180 Jahren behaupten die meisten Photographen und Cyanotype-Künstler, dass man mit dem Eisenprozess von Sir John Herschel aus dem Jahre 1842 keine Lichtbilder mit einer Kamera Obscura herstellen kann. Nun, mit dem bekannten Standardverfahren bin ich ebenfalls gescheitert. Die Lichtmenge in einer Kamera ist einfach zu klein, um die Eisensalze ausreichend zu belichten. Deshalb bezeichnet man das Cyanotype-Verfahren auch als Edeldruckverfahren.

Trotzdem habe ich immer davon geträumt, einmal echte Photographien mit diesem einfachen Verfahren und alten Plattenkameras herzustellen.
Seit Jahren tüftle ich an diversen Verfahren und Rezepturen, wälze uralte Bücher der alternativen Photographie und experimentiere in meinem kleinen Laboratorium mit den verschiedensten Chemikalien – mit ungefährlichen Chemikalien, denn genau das ist für mich der Schlüssel. Das neue Verfahren soll ja Spass machen und einem nicht vergiften!

Heute habe ich nun endlich mit einer neuen Formel einen ersten revolutionären Durchbruch geschafft. Ich konnte ein echtes Incamera Cyanotype Portrait belichten. Die Belichtungszeit betrug 8 Minuten, f-stop 1.4.

Jetzt sind die Türen geöffnet und meine Experimente werden spannender denn je!!

Wünsche Euch immer gut Licht             Euer Doc Aetherman

 

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#stayathome – Zwei neue Incamera Cyanotypes mit nur 20 Minuten Belichtungszeit

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Nachdem ich bei all meinen vergangenen Versuchen mit der kleinen „Mousetrap-Kamera“ mit der Sonne im Rücken Tests gemacht hatte wollte ich es heute einmal im Gegenlicht der Sonne ausprobieren. Wie ich bereits früher einmal feststellen musste darf beim Fotografieren im Gegenlicht niemals die Sonne im Bild sein, sonst fängt die Kamera innert weniger Sekunden Feuer! Glücklicherweise brannte damals nur das Papier und nicht die gesamte Kamera – trotzdem hatte ich Glück im Unglück. Also wurde beim ersten Versuch eine blaue Glasflasche und beim zweiten Test unser „Gartenvogel“ in Position gebracht. Die Sonne steht bereits hoch genug und es bestand keine Feuergefahr 🙂
Beide mit Ammonium Ferricitrat 30% beschichteten Papiere wurden 20 Minuten belichtet und danach wie gewohnt mit gelbem Ferrocyanid 1% und Wasserstoffperoxid 1% entwickelt. Für die kurze Belichtungszeit war das Ergebnis wirklich sehr zufriedenstellend! Die nächsten Versuche möchte ich unbedingt mit Gebäuden durchführen. Ich denke der Stand der aktuellen Experimente dürfte spannende Resultate ergeben. Bleibt also dabei! Es geht weiter!!

Immer gut Licht wünsche ich Euch            Euer Doc Aetherman

 

Bilder:  links das Original-Cyanotype-Negativ           rechts das Digitale Positiv

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Die kleine „Mousetrap-Kamera“ im Stil von Fox Talbot:

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#stayathome -Experimente im Garten mit Silber-Gelatine-Photographien und der 124 Jahre alten LÖBER Plattenkamera

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Im Moment hat man ja genügend Zeit um zuhause etwas zu experimentieren. Heute wollte ich endlich einmal einige Still life Photographien mit der uralten LÖBER Kamera aus dem Jahr 1896 schiessen. Das selbstgebaue Objektiv mit einer alten Feldstecher-Linse aus Paris, 1910, ist eigentlich ideal für diese Art von Photographien, da die Tiefenschärfe klein ist. Also wurde draussen im Schatten ein kleines Arrangement aufgestellt und die Plattenkamera in Position gebracht. Die Distanz zum Objekt betrug rund 50cm. Gemäss meiner Messung betrug der EV knapp über 8. Um doch noch einiges an Schärfe im Zenrtum der Photographie zu haben wählte ich die Steckblende mit f 22. Wie üblich ging ich davon aus, dass das ILFORD RC DELUXE Papier bei diesem Licht etwa ISO 6 haben wird. Bei Sonnenschein rechne ich sonst mit ISO 8 oder 9. Diese Werte ergaben eine Belichtungszeit von rund 25 Sekunden. Da die Kamera keinen Verschluss hat und die Belichtung durch abnehmen und wieder aufsetzen der Objektivkappe kontrolliert wird sollte die Belichtungszeit wenn möglich über 4 Sekunden sein – sonst ist die Ungenauigkeit des Photographen eine gefährliche und nicht kontrollierbare Einflussgrösse…
Entwickelt wurde 2 Minuten in ILFORD PQ UNIVERSAL, kurz gewässert und danach für 30 Sekunden mit ILFORD RAPID gefixed. Die Resultate waren für eine solch alte Kamera überraschend gut und ich war mehr als zufrieden.

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Da ich bei einem vorherigen Versuch herausgefunden hatte, dass ich von meinen RC Papiernegativen einen Kontaktabzug mit Cyanotypepapier belichten kann, musste ich dies heute ebenfalls nochmals testen. Im Kontaktrahmen beträgt die Belichtungszeit in der vollen Sonne recht genau 60 Minuten. Heute hatte es dazwischen einige Wolken und ich habe deshalb die Zeit auf 70 Minuten ausgedehnt. Vielleicht wären 80 Minuten noch etwas besser gewesen. Trotzdem, das Resultat war auch heute wieder beeindruckend.

Der Tag war wieder eine wunderbare Zeitreise zu den Anfängen der Photographie und den spannenden alternativen Prozessen.

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Der „SOUL CATCHER III“ – eine Kamera für „Incamera Cyanotypes“

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Seit längerem experimentiere ich an einem funktionierenden Verfahren, um Grossformatfotografien mit dem Cyanotype-Verfahren herzustellen. Der normale Cyanotype-Standardprozess von Sir John Herschel aus dem Jahre 1842 ist eigentlich ein Edeldruckverfahren und die Empfindlichkeit der Emulsion aus Ammoniumeisencitrat und rotem Blutlaugensalz funktioniert perfekt bei der Belichtung in der vollen Sonne. Mit einem Foliennegativ oder mit Pflanzen reicht eine Belichtungszeit von rund 3 Minuten um wunderschöne Bilder zu erhalten.

Für die Fotografie ist der Standardprozess jedoch viel zu langsam, da die Lichtmenge in einer Camera Obscura um ein Vielfaches schwächer ist. Trotzdem experimentiere ich seit längerem an modifizierten und schnelleren Verfahren. Mit einer kleinen „Mouse Trap“ Kamera im Stil von Fox Talbots ersten Kameras erreiche ich inzwischen sehr gute Resultate, wenn auch im kleinem Format von 5x5cm.

Nachstehend ein Beispiel von gestern. Die Belichtungszeit betrug rund 60 Minuten bei schönem Wetter und Sonnenschein, ca. um 11:00.

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Da die Resultate mit der kleinen Kamera immer besser werden musste eine neue Grossformatkamera her. Im Lager hatte ich noch eine schöne antike Holzkamera mit fehlender Plattenhalterung und diversen kleineren Lichtlecks. Für den „Incamera Cyanotype“ Prozess eigentlich ideal. Also wurde mit dem 3D-Drucker ein passendes Objektiv gedruckt und mit einer Feldstecherlinse eines Feldstechers aus dem Jahre 1910 bestückt.

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Die fertige Cyanotype Kamera mit dem Namen „SOUL CATCHER III“

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