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In-Camera Cyanotypenegative

Heute nutzte ich wieder einmal die Sonne und machte zwei Belichtungen mit meiner Eisenformel. Beide Photographien wurden während 60 Minuten belichtet, die Sonne im Rücken. Bei der zweiten Photographie habe ich der Beschichtung einen kleinen Anteil Oxalsäure beigegeben, in der Hoffnung die Belichtungszeit in Zukunft etwas verkürzen zu können. Der Unterschied war jedoch minimal. Vielleicht war der Anteil zu hoch. Nun, die weiteren Versuche werden es zeigen…

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Die „Mouse Trap II“ – eine Kamera für die alternative Eisen-Photographie

Bei allen Eisen-Prozessen wie dem Cyanotype und dem Ferro-Gallic Prozess wird für die Belichtung sehr viel Licht benötigt. Deshalb werden diese Prozesse eigentlich nur als Druckverfahren ab einem Negativ verwendet. Die Lichtstärke in einer Kamera ist um ein Vielfaches schwächer und eine Belichtung ist eigentlich nicht möglich. Ausser man baut spezielle Kameras mit grosser Lichtstärke und verwendet neue Eisenverfahren, wie zum Beispiel „mein“ Cyanotype „CITUM“.

Meine neue Mouse Trap Kamera belichtet ein Format von 10x10cm und ist mit einem antiken ISCO KIPTAR Projektionsobjektiv ausgerüstet. Das Gehäuse und die Objektivhalterung habe ich auf dem „ENDER 3“ gedruckt. Das Objektiv kann zur Scharfstellung verschoben werden. Die erste Photographie mit dem Ferro-Gallic Process von 1860 war vielversprechend. Ich bin gespannt auf die weiteren Versuche mit dieser speziellen Kamera.

Ich wünsche Euch gut Licht           Euer  Doc Aetherman

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Auf den Spuren des „Ferro-Gallic Process“ aus dem Jahre 1870

Und immer noch bin ich auf der Suche nach einem perfekten alternativen Prozess für die Photographie mit Eisensalzen. Nach den vielen Versuchen mit dem bekannten Cyanotype Prozess und meiner neuen Formel mit dem Namen „CITUM“ bin ich einfach noch nicht so recht zufrieden. Zwar ist die erreichte Empfindlichkeit meines CITUM-Papiers echt beeindruckend, doch es handelt sich beim Cyanotype Prozess halt immer noch um ein Negativ-Verfahren. Das heisst helle Bereiche im Bild erscheinen im dunklen satten Blau, die dunklen in Weiss. Dadurch wird eine Kontaktkopie nötig, und genau die ist bis jetzt ein ungelöstes Problem. Und genau aus diesem Grund bin ich schon länger auf der Suche nach einem Positiv-Verfahren mit Eisensalzen. Der Pelletprozess wird hier oft genannt – doch meine Resultate in der Plattenkamera waren absolut unbrauchbar.

Also habe ich weiter viele alte Bücher gewälzt und stolperte über den immer wieder genannten „Ferro-Gallic Process“ von Alphonse Poitevin. Poitevin war einer der wichtigsten Erfinder der Fotografie neben Nicéphore Niepce, Daguerre Bayard, Fox Talbot und Niepce de Saint-Victor.

Der Prozess basiert auf einer lichtempfindlichen Emulsion aus Eisenvitriol, Weinsäure, Eisen-III-Chlorid und Gelatine. Das beschichtete Papier hat eine gelbe Farbe und wird dann mit einem Positiv belichtet.

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Das gelbe Papier mit einem Positiv von Poitevin im Belichtungsrahmen

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Belichtung auf der kleinen LED UV-Box analog dem Cyanotype Verfahren

Nach dem Belichten sind die belichteten Stellen auf dem Papier weiss und man kann das Bild bereits schwach erkennen.

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Das Galluseisenpapier nach dem Belichten

Nun kommt das Papier in eine Entwicklerlösung mit Gallussäure und etwas Oxalsäure. Gallussäure wurde früher aus gemahlenen Galläpfeln gewonnen und zusammen mit Eisenchlorid zur Tintenherstellung genutzt. Und genau diesen Vorgang macht sich dieser faszinierende Prozess zunutze.

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Die Gallussäure reagiert mit dem Eisenchlorid an den unbelichteten Stellen im Bild und färbt diese schwarz

Nach kurzer Zeit in der Entwicklerlösung wird das Papier dann gewaschen und gut getrocket. Das Resultat war für mich sehr verblüffend. Ein wirklich grandioser vergessener Prozess. Jetzt wird es Zeit für ergänzende Experimente. Ich denke ich bin jetzt endlich auf dem richtigen Weg! Besten Dank werter Alphonse Poitevin!

Ich wünsche Euch immer gut Licht           Euer Doc Aetherman

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Alphonse Poitevin, der Erfinder des „Ferro-Gallic Process“ im Jahr 1870

 

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