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Schlagwort-Archive: analogphotography

Projekt Afghan Box Camera

Nach langer Suche nach den passenden Komponenten kann es jetzt endlich losgehen. Eine gute Freundin fand vor einigen Tagen die perfekte alte Holzkiste für mein Projekt. Vielleicht werdet Ihr euch jetzt fragen: „Afghan Box wasgenau????“ Bei der Afghan Box Kamera handelt es sich um eine analoge Photokamera mit integrierter kleiner Dunkelkammer. Damit lassen sich auf der Strasse Portraits belichten und sofort entwickeln. Wie der Name schon sagt waren siese Kameras u.a. in Afghanistan sehr populär um Passfotos für Dokumente machen zu lassen. Viele Details zu diesen Kameras findet Ihr auf der Seite des „Afghan Box Camera Projekts„.


Als ich das erste mal solche Kameras sah war ich fasziniert und begeistert. Also beschloss ich mir einen solchen Apparat zu bauen.

Kurz zu den gesammelten Komponenten für meine Afghan Box Camera.

Die alte THORNTON PICKARD RUBY Mahagony Holzkamera aus dem Jahre 1895. Diese Kamera ohne Objektiv und ohne Plattenhalter habe ich vor längerer Zeit einmal geschenkt bekommen. Jetzt bekommt sie endlich ein neues Leben.

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Das Herzstück ist die kleine Dunkelkammer. Meine Box ist eine Mobilmachungskiste der K.u.K. Truppen, der Landstreitkräfte Östereich-Ungarns. Gemäss der Etikette auf der Kiste wurde sie am 31. Juli 1914 per Bahn nach Lindau geschickt, drei Tage nachdem offiziell der erste Weltkrieg begonnen hatte. Am selben Tag, dem 31. Juli 1914, wurde auch in der Schweiz die Mobilmachung ausgerufen, um die Landesgrenzen zu schützen. Die Kiste hat also eine sehr bewegende Geschichte. Wie ist es wohl dem Soldaten ergangen? Dem ursprünglichen Besitzer?

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Als Objektiv verwende ich auch dieses Mal wieder eine antike Feldstecherlinse. Der Feldstecher wurde in Frankreich im Jahr 1910 hergestellt und war leider in sehr schlechtem Zustand, als ich ihn bekam (siehe oberstes Bild). Die Linse hat einen Durchmesser von 52mm und eine Brennweite von 200mm. Mit dem 3D Drucker habe ich ein passendes Objektiv gedruckt, welches mit Steckblenden entsprechend eingestellt werden kann. Belichtet wird manuell mit dem Objektivdeckel.

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Momentan arbeite ich daran die zwei Komponenten „Box“ und „Kamera“ zu verbinden. Ich würde mich natürlich freuen, wenn Ihr mal wieder reinschaut. Das Projekt wird laufend aktualisiert.

Ich wünsche Euch gutes Licht       Euer Dan

 

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Eine neue „Incamera Cyanotype“ im Format 9x9cm

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Da ich mit meiner grossen Cyanotype-Kamera, dem „Soul Catcher III“, Probleme mit der Tiefenschärfe beim grossen Format von 15x15cm habe versuchte ich heute einmal ein etwas kleineres Format zu belichten. Das Objektiv mit der Linse eines antiken Feldstechers erzeugt eine tolle Schärfe in der Bildmitte, ist jedoch gegen den Rand hin sehr stark abfallend. Ich versuchte mich heute an einer Nahaufnahme, mit dem Nachteil, dass die Belichtungszeit bedingt durch die grosse Brennweite und den deshalb grösseren f-stop mehr als verdoppelt wird. Bei einem 50 Meter entfernten Objekt hat die Kamera einen f-stop von 3.6. Bei einer Nahaufnahme und einem Abstand von 70cm zum Objekt ergibt sich dann leider bereits ein f-stop von 6. Also habe ich die normalerweise 60 Minuten Belichtungszeit auf 130 Minuten ausgedehnt. Ich wusste, dass dies knapp werden könnte, da ich erst um 14:45 mit der Aufnahme begonnen habe. Im Frühling ist die Sonne Abends schnell wieder schwach.

Trotzdem, das Resultat ist ganz gut und das gewählte kleinere Format scheint ganz gut zu sein. Nicht zufrieden bin ich immer noch mit der Schärfe. Grund ist die nicht ideale Position der Mattscheibe und der Papierhalterung. Ich werde dies morgen umbauen und die Idee meiner „Mousetrap-Kamera“ übernehmen. Die Details zeige ich Euch dann.

Ich wünsche Euch gut Licht              Euer Doc Aetherman

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alternativeprocess

 

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#stayathome -Experimente im Garten mit Silber-Gelatine-Photographien und der 124 Jahre alten LÖBER Plattenkamera

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Im Moment hat man ja genügend Zeit um zuhause etwas zu experimentieren. Heute wollte ich endlich einmal einige Still life Photographien mit der uralten LÖBER Kamera aus dem Jahr 1896 schiessen. Das selbstgebaue Objektiv mit einer alten Feldstecher-Linse aus Paris, 1910, ist eigentlich ideal für diese Art von Photographien, da die Tiefenschärfe klein ist. Also wurde draussen im Schatten ein kleines Arrangement aufgestellt und die Plattenkamera in Position gebracht. Die Distanz zum Objekt betrug rund 50cm. Gemäss meiner Messung betrug der EV knapp über 8. Um doch noch einiges an Schärfe im Zenrtum der Photographie zu haben wählte ich die Steckblende mit f 22. Wie üblich ging ich davon aus, dass das ILFORD RC DELUXE Papier bei diesem Licht etwa ISO 6 haben wird. Bei Sonnenschein rechne ich sonst mit ISO 8 oder 9. Diese Werte ergaben eine Belichtungszeit von rund 25 Sekunden. Da die Kamera keinen Verschluss hat und die Belichtung durch abnehmen und wieder aufsetzen der Objektivkappe kontrolliert wird sollte die Belichtungszeit wenn möglich über 4 Sekunden sein – sonst ist die Ungenauigkeit des Photographen eine gefährliche und nicht kontrollierbare Einflussgrösse…
Entwickelt wurde 2 Minuten in ILFORD PQ UNIVERSAL, kurz gewässert und danach für 30 Sekunden mit ILFORD RAPID gefixed. Die Resultate waren für eine solch alte Kamera überraschend gut und ich war mehr als zufrieden.

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Da ich bei einem vorherigen Versuch herausgefunden hatte, dass ich von meinen RC Papiernegativen einen Kontaktabzug mit Cyanotypepapier belichten kann, musste ich dies heute ebenfalls nochmals testen. Im Kontaktrahmen beträgt die Belichtungszeit in der vollen Sonne recht genau 60 Minuten. Heute hatte es dazwischen einige Wolken und ich habe deshalb die Zeit auf 70 Minuten ausgedehnt. Vielleicht wären 80 Minuten noch etwas besser gewesen. Trotzdem, das Resultat war auch heute wieder beeindruckend.

Der Tag war wieder eine wunderbare Zeitreise zu den Anfängen der Photographie und den spannenden alternativen Prozessen.

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