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Der „Reversal Process“ und Caffenol – und es funktioniert doch!

Heute habe ich mit unserer Tochter einige haarsträubende Experimente durchgeführt. Schon länger wollte ich wissen, ob der „Reversal Process“ mit Caffenol als Entwickler funktionieren könnte. Spannend deshalb, weil man dann ganz ohne Photochemie Direktpositive herstellen könnte…  mal ganz einfach mit dem Morgenkaffee!!

Also haben wir das Ganze einfach mal ausprobiert und ein kleines Setup aufgestellt. Gearbeitet wurde mit der LÖBER Kamera aus dem Jahr 1896 und dem Objektiv mit einer antiken Feldstecherlinse (1910). Wie immer kein Verschluss, Öffnen und Schliessen der Objektivkappe per Hand. Als Papier wie immer ILFORD Multigrade IV RC Deluxe. Die Belichtungszeit mit f11 betrug rund 6 Sekunden, der Rest war Gefühlssache – wie immer.

Verfahren:
250ml Wasser, 10g Instant Kaffee, 14g Soda und 4g Vitamin C, Entwicklungszeit rund 8 Minuten, danach kurz waschen, Bleichen in 15% H2O2 mit 2% Zitronensäure während rund 3 Minuten oder bis das Papier nahezu weiss ist, kurz waschen, jetzt das Licht an und nochmals 8 Minuten ins Caffenol. Danach nochmals gut waschen. Fixieren ist nicht nötig.

Fazit: Das Ganze ist zwar mehr als nur experimentell…..  doch es funktioniert!!

Ich wünsche Euch wie immer gut Licht        Euer Dan

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Blick in den Kaffee…

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Das Photo im Caffenol…

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#stayathome -Experimente im Garten mit Silber-Gelatine-Photographien und der 124 Jahre alten LÖBER Plattenkamera

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Im Moment hat man ja genügend Zeit um zuhause etwas zu experimentieren. Heute wollte ich endlich einmal einige Still life Photographien mit der uralten LÖBER Kamera aus dem Jahr 1896 schiessen. Das selbstgebaue Objektiv mit einer alten Feldstecher-Linse aus Paris, 1910, ist eigentlich ideal für diese Art von Photographien, da die Tiefenschärfe klein ist. Also wurde draussen im Schatten ein kleines Arrangement aufgestellt und die Plattenkamera in Position gebracht. Die Distanz zum Objekt betrug rund 50cm. Gemäss meiner Messung betrug der EV knapp über 8. Um doch noch einiges an Schärfe im Zenrtum der Photographie zu haben wählte ich die Steckblende mit f 22. Wie üblich ging ich davon aus, dass das ILFORD RC DELUXE Papier bei diesem Licht etwa ISO 6 haben wird. Bei Sonnenschein rechne ich sonst mit ISO 8 oder 9. Diese Werte ergaben eine Belichtungszeit von rund 25 Sekunden. Da die Kamera keinen Verschluss hat und die Belichtung durch abnehmen und wieder aufsetzen der Objektivkappe kontrolliert wird sollte die Belichtungszeit wenn möglich über 4 Sekunden sein – sonst ist die Ungenauigkeit des Photographen eine gefährliche und nicht kontrollierbare Einflussgrösse…
Entwickelt wurde 2 Minuten in ILFORD PQ UNIVERSAL, kurz gewässert und danach für 30 Sekunden mit ILFORD RAPID gefixed. Die Resultate waren für eine solch alte Kamera überraschend gut und ich war mehr als zufrieden.

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Da ich bei einem vorherigen Versuch herausgefunden hatte, dass ich von meinen RC Papiernegativen einen Kontaktabzug mit Cyanotypepapier belichten kann, musste ich dies heute ebenfalls nochmals testen. Im Kontaktrahmen beträgt die Belichtungszeit in der vollen Sonne recht genau 60 Minuten. Heute hatte es dazwischen einige Wolken und ich habe deshalb die Zeit auf 70 Minuten ausgedehnt. Vielleicht wären 80 Minuten noch etwas besser gewesen. Trotzdem, das Resultat war auch heute wieder beeindruckend.

Der Tag war wieder eine wunderbare Zeitreise zu den Anfängen der Photographie und den spannenden alternativen Prozessen.

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Neue Experimente mit dem alternativen „Reversal Process“

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Seit nunmehr zwei Wochen sind wir Zuhause und haben das Haus nur einmal zum Einkaufen verlassen. Glücklicherweise haben wir einen grossen Garten rund ums Haus und können uns dehalb etwas einfacher ans #stayathome halten als andere, wie es scheint. Der rund zwei Meter von unserem Garten entfernte Wanderweg ist heute crowdy wie selten! Und das mitten im Lockdown der Corona-Krise! Heerscharen von Spaziergängern und Radfahrer haben  heute versucht sich aneinander vorbeizudrängen…  und das bei einer Wegbreite von nicht einmal eineinhalb Metern…  den Leuten ist definitiv nicht mehr zu helfen…

Also habe ich mich etwas in den hinteren Bereich des Gartens verzogen und ein kleines Setup mit der LOEBER Feldkamera von 1896 aufgebaut. Als Objektiv mein selbst gebautes WW1 Feldstecher-Objektiv mit den Steckblenden aus dem 3D-Drucker.
Ich wollte nochmals versuchen mit dem „Reversal Process“, mit H2O2 und Zitronensäure, brauchbare Resultate zu erreichen. Irgendwie ist dieser alternative Prozess etwas unberechenbar und ich weiss nicht so genau weshalb. Verwendet habe ich wie immer ILFORD RC DELUXE Papier, als Entwickler ILFORD PQ UNIVERSAL, Zitronensäure und Wasserstoffperoxid 15%.
Das Papier habe ich für diesen Prozess mit ISO 1,5 gewertet. Normal wäre etwa ISO 6. Entwickelt wurde rund 3 Minuten in frischem PQ UNIVERSAL, danach wurde das Negativ gut gewaschen. Danach 2 Minuten in H2O2, 3 Minuten in die Zitronensäure, wieder 2 Minuten in H2O2 und wieder 2 Minuten in die Zitronensäure. Jetzt ist das Papier wieder vollkommen weiss und kann gewaschen werden. Das Licht kann jetzt ganz normal eingeschaltet bleiben. Nach dem Waschen wird nochmals für rund 3 Minuten entwickelt und danach nochmals gut gewaschen. Ein Fixieren ist nicht nötig.
Die heutigen Resultate waren sehr gut und auch gleichmässig. Scheinbar habe ich bei den bisherigen Versuchen das Zitronensäurebad zu kurz gehalten (30 Sekunden).
Ich werde die Versuche wiederholen um zu sehen, ob der Prozess jetzt wirklich stabil funktioniert.

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Der „Reversal Process“: die Experimente tragen Früchte!

Gestern konnte ich endlich einige neue Versuche mit dem „Reversal Process“ unternehmen. Diesmal habe ich das ILFORD DELUXE RC IV MULTIGRADE Papier tiefer, und zwar mit ISO 2, gewertet. Die letzten Versuche mit der Pinhole Kamera haben ja gezeigt, dass die damals verwendeten ISO 3 ein eher zu dunkles Photo ergeben.

Zudem habe ich den Prozess nochmals angepasst:

Folgendes Vorgehen aus meinem Labornotizbuch:

  1. Ilford Deluxe RC IV Multigrade, normal ISO 6, aktuell mit ISO 2 belichtet
  2. 3 Minuten in frischem ILFORD PQ UNIVERSAL 1+9 entwickeln
  3. Abzug sehr gut waschen -> wichtig!
  4. 120 Sekunden in 17%iger Wasserstoffperoxidlösung
  5. 30 Sekunden in Zitronensäurelösung (2g Zitronensäure pro Liter Wasser)
  6. 90 Sekunden in 17%iger Wasserstoffperoxidlösung
  7. 30 Sekunden in Zitronensäurelösung
  8. 60 Sekunden in 17%iger Wasserstoffperoxidlösung
  9. 30 Sekunden in Zitronensäurelösung
  10. 30 Sekunden in 17%iger Wasserstoffperoxidlösung
  11. Abzug sehr gut waschen -> wichtig!
  12. Licht an
  13. nochmals 3 Minuten in ILFORD PQ UNIVERSAL 1+9 entwickeln
  14. Abzug wässern

Das Resultat war echt überraschend:

20200224_9x12_reverse_ilfordMultigradeRC_ISO1,5

Folgende Erkenntnisse habe ich gewonnen:

  • Nach den Entwicklungsschritten mit ILFORD Rapid am Anfang und am Schluss muss das Bild extrem gut und gründlich gewaschen werden, damit keinerlei Rückstände des Entwicklers mehr vorhanden sind
  • Anstatt zuerst mit der Zitronensäure zu beginnen, starte ich den Prozess jetzt direkt mit dem Bleichen. Das Weiss wird klar weisser als vorher
  • Das Bleichen mit der Bildseite nach unten scheint bessere Resultate zu ergeben
  • die letzten Bleich-Schritte werden strikt durchgeführt, auch wenn das Papier schon weiss ist…

Heute werde ich das Ganze nochmals verifizieren. Ich bin gespannt!!

 

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PERUTZ Photographische Trockenplatten aus dem Jahre 1938

Vor kurzem bekam ich von einem lieben Freund aus Deutschland eine Packung mit antiken Trockenplatten aus dem Jahre 1938. Ich wollte natürlich unbedingt wissen, ob solch alte Platten noch entwickelt werden können und habe einige Versuche angestellt.

Hauptproblem bei solch alten Platten, wie auch bei altem Photopapier, ist der Verlust der Empfindlichkeit. Mein altes FORTE Barytpapier aus den 70er Jahren hat aktuell einen ISO-Wert von gerade mal 0,5. Also schätzte ich den Wert für die alten Glasplatten in etwa ähnlich – nach den Tests weiss ich jetzt, dass die Platten noch 0,25 ISO haben. Zudem haben sie leider einen Graustich und der Kontrast lässt etwas zu wünschen übrig. Doch: wer hat schon solche antiken Platten mit aktuellen Photos drauf. Ich finde die nach rund 81 Jahren belichteten Platten einfach faszinierend!!!

 

peruck_trockenplatten_1932

 

 

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Worldwide Pinhole Day 2019

Gestern Sonntag, immer der letzte Sonntag im April, war wieder der jährliche Pinhole-Day. Trotz schlechtem und kaltem Wetter wollte ich diesen Event natürlich nicht verpassen und bin mit meiner 93 Jahre alten GÖRLITZER Holzkamera losgezogen. Da das Licht sehr schlecht war wählte ich Röntgenfilm statt Papier als Medium. Der Röntgenfilm funktioniert mit rund 100 ISO und ist somit bedeutend schneller als das ILFORD RC IV Papier mit etwa 5 ISO. Ideal also für schlechtes Wetter.

Während unserer Expedition wurden wir sogar von Eisregen überrascht – aber genau diese Erlebnisse machen den Pinhole-Day ja gerade aus. Irgendwie fanden wir dann jedoch doch kein passendes und ansprechendes Motiv bei diesem grauen Wetter und entschieden uns im Garten etwas aufzustellen.

Also Tisch abgeräumt und den Spiegel meiner lieben Frau darauf positioniert. Dann die Kamera davor und – zagg – ein echtes Selfie der GÖRLITZER Kamera geschossen. Nun, besser als gar nichts.

Nun hoffen wir natürlich auf bedeutend besseres Wetter nächstes Jahr – denn eigentlich wäre ja Frühling……

pinholeday_aetherman

 

Link zum Galerie-Eintrag auf der Website des Pinhole-Days:

http://pinholeday.org/gallery/2019/?id=161

 

 

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