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Schlagwort-Archive: alternativephotography

Publikation: „Doc Aetherman’s Incamera Cyanotype Process“

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Beschreibung eines speziellen Prozesses zur Herstellung von Cyanotype-Photographien unter Verwendung von Grossformatkameras und einfachen chemischen Komponenten.

Sensibilisieren des Papiers:
Normales 80g Kopierpapier wird während einer Minute in einer Lösung von 40g Ammoniumferricitrat (grün) per 100ml destilliertem Wasser eingelegt. Danach wird das sensibilisierte Papier im dunkeln getrocknet. Das Papier ist sehr lange haltbar, sofern es trocken und dunkel gelagert wird.

Belichtung des Papiers in einer Grossformatkamera:
Für die Photographie mit diesem Prozess muss eine möglichst kleine Blende zur Verfügung stehen. Ideal sind f-Werte von 3 bis 5. Bei einem EV von 14 (Sunny Fifteen) und einer Blende von f3 beträgt die Belichtungszeit je nach Sujet zwischen 30 und 60 Minuten.

Entwickeln des Papier Cyanotype Negativs:
Das belichtete Papier wird während einer Minute in einer Lösung von 1g Kaliumferrocyanid (gelb) per 100ml destilliertem Wasser eingelegt und ständig bewegt. Es bildet sich bei diesem Prozess das sog. „Berliner Weiss“.
Danach wird das Papier kurz in frischem Wasser gebadet und kommt danach für wenige Sekunden in eine Lösung von 1%igem Wasserstoffperoxid. Das „Berliner Weiss“ wird sofort in „Berliner Blau“ umgewandelt. Nach einem weiteren kurzen Bad in frischem Wasser wird das Negativ auf eine Glasplatte abgelegt und getrocknet.

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Eine neue „Incamera Cyanotype“ im Format 9x9cm

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Da ich mit meiner grossen Cyanotype-Kamera, dem „Soul Catcher III“, Probleme mit der Tiefenschärfe beim grossen Format von 15x15cm habe versuchte ich heute einmal ein etwas kleineres Format zu belichten. Das Objektiv mit der Linse eines antiken Feldstechers erzeugt eine tolle Schärfe in der Bildmitte, ist jedoch gegen den Rand hin sehr stark abfallend. Ich versuchte mich heute an einer Nahaufnahme, mit dem Nachteil, dass die Belichtungszeit bedingt durch die grosse Brennweite und den deshalb grösseren f-stop mehr als verdoppelt wird. Bei einem 50 Meter entfernten Objekt hat die Kamera einen f-stop von 3.6. Bei einer Nahaufnahme und einem Abstand von 70cm zum Objekt ergibt sich dann leider bereits ein f-stop von 6. Also habe ich die normalerweise 60 Minuten Belichtungszeit auf 130 Minuten ausgedehnt. Ich wusste, dass dies knapp werden könnte, da ich erst um 14:45 mit der Aufnahme begonnen habe. Im Frühling ist die Sonne Abends schnell wieder schwach.

Trotzdem, das Resultat ist ganz gut und das gewählte kleinere Format scheint ganz gut zu sein. Nicht zufrieden bin ich immer noch mit der Schärfe. Grund ist die nicht ideale Position der Mattscheibe und der Papierhalterung. Ich werde dies morgen umbauen und die Idee meiner „Mousetrap-Kamera“ übernehmen. Die Details zeige ich Euch dann.

Ich wünsche Euch gut Licht              Euer Doc Aetherman

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Der „SOUL CATCHER III“ – eine Kamera für „Incamera Cyanotypes“

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Seit längerem experimentiere ich an einem funktionierenden Verfahren, um Grossformatfotografien mit dem Cyanotype-Verfahren herzustellen. Der normale Cyanotype-Standardprozess von Sir John Herschel aus dem Jahre 1842 ist eigentlich ein Edeldruckverfahren und die Empfindlichkeit der Emulsion aus Ammoniumeisencitrat und rotem Blutlaugensalz funktioniert perfekt bei der Belichtung in der vollen Sonne. Mit einem Foliennegativ oder mit Pflanzen reicht eine Belichtungszeit von rund 3 Minuten um wunderschöne Bilder zu erhalten.

Für die Fotografie ist der Standardprozess jedoch viel zu langsam, da die Lichtmenge in einer Camera Obscura um ein Vielfaches schwächer ist. Trotzdem experimentiere ich seit längerem an modifizierten und schnelleren Verfahren. Mit einer kleinen „Mouse Trap“ Kamera im Stil von Fox Talbots ersten Kameras erreiche ich inzwischen sehr gute Resultate, wenn auch im kleinem Format von 5x5cm.

Nachstehend ein Beispiel von gestern. Die Belichtungszeit betrug rund 60 Minuten bei schönem Wetter und Sonnenschein, ca. um 11:00.

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Da die Resultate mit der kleinen Kamera immer besser werden musste eine neue Grossformatkamera her. Im Lager hatte ich noch eine schöne antike Holzkamera mit fehlender Plattenhalterung und diversen kleineren Lichtlecks. Für den „Incamera Cyanotype“ Prozess eigentlich ideal. Also wurde mit dem 3D-Drucker ein passendes Objektiv gedruckt und mit einer Feldstecherlinse eines Feldstechers aus dem Jahre 1910 bestückt.

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Die fertige Cyanotype Kamera mit dem Namen „SOUL CATCHER III“

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„The Pencil of Nature“ von Fox Talbot – das älteste Buch zum Thema Fotografie

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Wer sich mit den alternativen Prozessen der Fotografie beschäftigt kommt wohl nicht um dieses Buch herum. Fox Talbot, der Vater der Fotografie, hat es im Jahre 1844 geschrieben und damit das grandiose Zeitalter der Lichtbildkunst eröffnet.

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Dank der heutigen digitalen Technik sind solche wunderbare Bücher online lesbar. Meine persönliche Lieblingsseite ist ist www.archive.org. Hier lassen sich viele Bücher auch als PDF- oder KINDLE-File herunterladen – für die Ferien und für unterwegs.

Viel Spass !!!

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Neue Experimente mit dem alternativen „Reversal Process“

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Seit nunmehr zwei Wochen sind wir Zuhause und haben das Haus nur einmal zum Einkaufen verlassen. Glücklicherweise haben wir einen grossen Garten rund ums Haus und können uns dehalb etwas einfacher ans #stayathome halten als andere, wie es scheint. Der rund zwei Meter von unserem Garten entfernte Wanderweg ist heute crowdy wie selten! Und das mitten im Lockdown der Corona-Krise! Heerscharen von Spaziergängern und Radfahrer haben  heute versucht sich aneinander vorbeizudrängen…  und das bei einer Wegbreite von nicht einmal eineinhalb Metern…  den Leuten ist definitiv nicht mehr zu helfen…

Also habe ich mich etwas in den hinteren Bereich des Gartens verzogen und ein kleines Setup mit der LOEBER Feldkamera von 1896 aufgebaut. Als Objektiv mein selbst gebautes WW1 Feldstecher-Objektiv mit den Steckblenden aus dem 3D-Drucker.
Ich wollte nochmals versuchen mit dem „Reversal Process“, mit H2O2 und Zitronensäure, brauchbare Resultate zu erreichen. Irgendwie ist dieser alternative Prozess etwas unberechenbar und ich weiss nicht so genau weshalb. Verwendet habe ich wie immer ILFORD RC DELUXE Papier, als Entwickler ILFORD PQ UNIVERSAL, Zitronensäure und Wasserstoffperoxid 15%.
Das Papier habe ich für diesen Prozess mit ISO 1,5 gewertet. Normal wäre etwa ISO 6. Entwickelt wurde rund 3 Minuten in frischem PQ UNIVERSAL, danach wurde das Negativ gut gewaschen. Danach 2 Minuten in H2O2, 3 Minuten in die Zitronensäure, wieder 2 Minuten in H2O2 und wieder 2 Minuten in die Zitronensäure. Jetzt ist das Papier wieder vollkommen weiss und kann gewaschen werden. Das Licht kann jetzt ganz normal eingeschaltet bleiben. Nach dem Waschen wird nochmals für rund 3 Minuten entwickelt und danach nochmals gut gewaschen. Ein Fixieren ist nicht nötig.
Die heutigen Resultate waren sehr gut und auch gleichmässig. Scheinbar habe ich bei den bisherigen Versuchen das Zitronensäurebad zu kurz gehalten (30 Sekunden).
Ich werde die Versuche wiederholen um zu sehen, ob der Prozess jetzt wirklich stabil funktioniert.

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Cyanotypien aus dem heimischen Garten

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Gestern und heute haben wir die schöne Frühlingssonne genutzt und im Garten Cyanotypien belichtet – einfach so zum Spass! Wie immer haben wir das Papier selbst vorbereitet und beschichtet. Da wir noch alte Tierbücher im Altpapier hatten haben wir auch einzelne Buchseiten herausgeschnitten und mit der Cyano-Lösung bestrichen. Dies ergibt ganz spezielle Unikate, da jede Buchseite individuelle Illustrationen enthält, welche durch das Bild hindurch sichtbar bleiben.

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Verwendet haben wir Sir Herschels Standardformel aus dem jahre 1842:

20g warmes destilliertes Wasser, 2,5g grünes Ammoniumferricitrat und 1,2g rotes Ferricyankalium – bei stark gedämpftem Licht zusammenmischen bis sich alle Kristalle vollständig gelöst haben. Danach gleichmässig und in einer dünnen Schicht auf das Papier auftragen. Entweder mit einem Pinsel oder einem Schwämmchen. Zum Schluss wird das Papier im dunkeln getrocknet.

Danach sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann das Papier, so wie es Sir John Herschel vor knapp 200 Jahren gemacht hat, mit Pflanzen belegen und mit einer Glasplatte abdecken. Oder man benutzt ein Foliennegativ aus dem Laserdrucker oder ein echtes photographisches Negativ.

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Die Belichtungszeit in der Sonne beträgt bei Pflanzen etwa 5 bis 10 Minuten, je nach gewünschtem Resultat und Transparenz der Pflanzenblätter. Bei der Arbeit mit Foliennegativen reichen rund 3 Minuten.

Nach der Belichtung wird das Papier im Wasserbad gut ausgewaschen, bis keine gelbe und blaue Farbe mehr ausgewaschen wird. Besser zu lange waschen, da sich das Bild sonst später wieder blau färbt.

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Kreativprojekt mit unserer kleinen Prinzessin: Eine Mini-Pinhole-Kamera aus dem 3D Drucker

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In einer schwierigen Zeit wie gerade jetzt ist es besonders wichtig die Gedanken einmal abschweifen zu lassen und sich mit etwas „Kreativem“ zu beschäftigen.
Gestern habe ich mit unserer kleinen Tochter eine kleine funktionsfähige Pinhole-Kamera gebaut. Die Kleine hat die Kamera mit meiner Hilfe auf dem Computer mit TINKERCAD selbst gezeichnet und dann auf unserem „ENDER 3“ 3D-Drucker gedruckt.

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Das Pinhole selbst haben wir wie immer aus dem Alu einer Rechaudkerze hergestellt. Man schneidet ein 15x15mm grosses Stück aus dem Alu und sticht mit einer Nadel, unsere hatte einen Durchmesser von 0.5mm, vorsichtig ein Loch. Die Brauen auf der Rückseite des Blechs werden mit feinem Schleifpapier weggeschliffen. Dieser Vorgang von „Stechen & Schleifen“ wird einige mal wiederholt, bis ein perfektes Loch entstanden ist. Dieses kann mit einer Lupe kontrolliert werden. Das Alu mit dem Loch wird dann ins Innere des Kameragehäuse geklebt, in dem wir bereits beim Drucken ein Loch von 10mm ausgespart hatten.

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Das „ILFORD RC Deluxe“ Photopapier haben wir auf ein Mass von 75 x 22mm zugeschnitten. Das Format sieht in etwa aus wie ein Heftpflaster.

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Nach dem Zusammenbau ging es dann sofort raus in den Garten für den ersten „Test-Shoot“. Zur Berechnung der Belichtungszeit benötigt man den Blendenwert f der kleinen Kamera. Dieser wird wie folgt berechnet:

Brennweite von 27mm (Abstand vom Pinhole zum Papier) geteilt durch den Durchmesser des Pinholes von 0.5mm  =  f 54

Das ILFORD RC DELUXE haben wir für den alternativen „Reversal Process“ mit ISO 2 gewertet. Mit den errechneten Daten haben wir zusammen eine kleine Karte gestaltet, welche an die Kamera gehängt werden kann.

Belichtungskarte

Bei unserem Test gestern bei stark bedecktem Himmel haben wir einen EV-Wert von 12 geschätzt. Dies ergab eine Belichtungszeit gemäss Tabelle von rund 30 Sekunden.
Neugierig ging es nach dem Test zurück in die Dunkelkammer und unsere kleine Prinzessin hat ihr erstes Photo mit Ihrer konstruierten  Kamera selbst entwickelt….

Mahinas Pinhole Camera Photo

Der verwendete „Reversal Process“ ist ein Prozess der alternativen Photographie und erzeugt aus einem normalen Photopapier ohne Zwischenschritt direkt eine positive Silber-Gelatine-Photographie. Der erste Test war recht erfolgreich. Bei schönem Wetter und besserem Licht wird diese kleine Kamera sicher gut funktionieren!

 

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