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Schlagwort-Archive: alternativephotography

Neue Experimente mit dem alternativen „Reversal Process“

Seit nunmehr zwei Wochen sind wir Zuhause und haben das Haus nur einmal zum Einkaufen verlassen. Glücklicherweise haben wir einen grossen Garten rund ums Haus und können uns dehalb etwas einfacher ans #stayathome halten als andere, wie es scheint. Der rund zwei Meter von unserem Garten entfernte Wanderweg ist heute crowdy wie selten! Und das mitten im Lockdown der Corona-Krise! Heerscharen von Spaziergängern und Radfahrer haben  heute versucht sich aneinander vorbeizudrängen…  und das bei einer Wegbreite von nicht einmal eineinhalb Metern…  den Leuten ist definitiv nicht mehr zu helfen…

Also habe ich mich etwas in den hinteren Bereich des Gartens verzogen und ein kleines Setup mit der LOEBER Feldkamera von 1896 aufgebaut. Als Objektiv mein selbst gebautes WW1 Feldstecher-Objektiv mit den Steckblenden aus dem 3D-Drucker.
Ich wollte nochmals versuchen mit dem „Reversal Process“, mit H2O2 und Zitronensäure, brauchbare Resultate zu erreichen. Irgendwie ist dieser alternative Prozess etwas unberechenbar und ich weiss nicht so genau weshalb. Verwendet habe ich wie immer ILFORD RC DELUXE Papier, als Entwickler ILFORD PQ UNIVERSAL, Zitronensäure und Wasserstoffperoxid 15%.
Das Papier habe ich für diesen Prozess mit ISO 1,5 gewertet. Normal wäre etwa ISO 6. Entwickelt wurde rund 3 Minuten in frischem PQ UNIVERSAL, danach wurde das Negativ gut gewaschen. Danach 2 Minuten in H2O2, 3 Minuten in die Zitronensäure, wieder 2 Minuten in H2O2 und wieder 2 Minuten in die Zitronensäure. Jetzt ist das Papier wieder vollkommen weiss und kann gewaschen werden. Das Licht kann jetzt ganz normal eingeschaltet bleiben. Nach dem Waschen wird nochmals für rund 3 Minuten entwickelt und danach nochmals gut gewaschen. Ein Fixieren ist nicht nötig.
Die heutigen Resultate waren sehr gut und auch gleichmässig. Scheinbar habe ich bei den bisherigen Versuchen das Zitronensäurebad zu kurz gehalten (30 Sekunden).
Ich werde die Versuche wiederholen um zu sehen, ob der Prozess jetzt wirklich stabil funktioniert.

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Cyanotypien aus dem heimischen Garten

Gestern und heute haben wir die schöne Frühlingssonne genutzt und im Garten Cyanotypien belichtet – einfach so zum Spass! Wie immer haben wir das Papier selbst vorbereitet und beschichtet. Da wir noch alte Tierbücher im Altpapier hatten haben wir auch einzelne Buchseiten herausgeschnitten und mit der Cyano-Lösung bestrichen. Dies ergibt ganz spezielle Unikate, da jede Buchseite individuelle Illustrationen enthält, welche durch das Bild hindurch sichtbar bleiben.

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Verwendet haben wir Sir Herschels Standardformel aus dem jahre 1842:

20g warmes destilliertes Wasser, 2,5g grünes Ammoniumferricitrat und 1,2g rotes Ferricyankalium – bei stark gedämpftem Licht zusammenmischen bis sich alle Kristalle vollständig gelöst haben. Danach gleichmässig und in einer dünnen Schicht auf das Papier auftragen. Entweder mit einem Pinsel oder einem Schwämmchen. Zum Schluss wird das Papier im dunkeln getrocknet.

Danach sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann das Papier, so wie es Sir John Herschel vor knapp 200 Jahren gemacht hat, mit Pflanzen belegen und mit einer Glasplatte abdecken. Oder man benutzt ein Foliennegativ aus dem Laserdrucker oder ein echtes photographisches Negativ.

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Die Belichtungszeit in der Sonne beträgt bei Pflanzen etwa 5 bis 10 Minuten, je nach gewünschtem Resultat und Transparenz der Pflanzenblätter. Bei der Arbeit mit Foliennegativen reichen rund 3 Minuten.

Nach der Belichtung wird das Papier im Wasserbad gut ausgewaschen, bis keine gelbe und blaue Farbe mehr ausgewaschen wird. Besser zu lange waschen, da sich das Bild sonst später wieder blau färbt.

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Kreativprojekt mit unserer kleinen Prinzessin: Eine Mini-Pinhole-Kamera aus dem 3D Drucker

In einer schwierigen Zeit wie gerade jetzt ist es besonders wichtig die Gedanken einmal abschweifen zu lassen und sich mit etwas „Kreativem“ zu beschäftigen.
Gestern habe ich mit unserer kleinen Tochter eine kleine funktionsfähige Pinhole-Kamera gebaut. Die Kleine hat die Kamera mit meiner Hilfe auf dem Computer mit TINKERCAD selbst gezeichnet und dann auf unserem „ENDER 3“ 3D-Drucker gedruckt.

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Das Pinhole selbst haben wir wie immer aus dem Alu einer Rechaudkerze hergestellt. Man schneidet ein 15x15mm grosses Stück aus dem Alu und sticht mit einer Nadel, unsere hatte einen Durchmesser von 0.5mm, vorsichtig ein Loch. Die Brauen auf der Rückseite des Blechs werden mit feinem Schleifpapier weggeschliffen. Dieser Vorgang von „Stechen & Schleifen“ wird einige mal wiederholt, bis ein perfektes Loch entstanden ist. Dieses kann mit einer Lupe kontrolliert werden. Das Alu mit dem Loch wird dann ins Innere des Kameragehäuse geklebt, in dem wir bereits beim Drucken ein Loch von 10mm ausgespart hatten.

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Das „ILFORD RC Deluxe“ Photopapier haben wir auf ein Mass von 75 x 22mm zugeschnitten. Das Format sieht in etwa aus wie ein Heftpflaster.

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Nach dem Zusammenbau ging es dann sofort raus in den Garten für den ersten „Test-Shoot“. Zur Berechnung der Belichtungszeit benötigt man den Blendenwert f der kleinen Kamera. Dieser wird wie folgt berechnet:

Brennweite von 27mm (Abstand vom Pinhole zum Papier) geteilt durch den Durchmesser des Pinholes von 0.5mm  =  f 54

Das ILFORD RC DELUXE haben wir für den alternativen „Reversal Process“ mit ISO 2 gewertet. Mit den errechneten Daten haben wir zusammen eine kleine Karte gestaltet, welche an die Kamera gehängt werden kann.

Belichtungskarte

Bei unserem Test gestern bei stark bedecktem Himmel haben wir einen EV-Wert von 12 geschätzt. Dies ergab eine Belichtungszeit gemäss Tabelle von rund 30 Sekunden.
Neugierig ging es nach dem Test zurück in die Dunkelkammer und unsere kleine Prinzessin hat ihr erstes Photo mit Ihrer konstruierten  Kamera selbst entwickelt….

Mahinas Pinhole Camera Photo

Der verwendete „Reversal Process“ ist ein Prozess der alternativen Photographie und erzeugt aus einem normalen Photopapier ohne Zwischenschritt direkt eine positive Silber-Gelatine-Photographie. Der erste Test war recht erfolgreich. Bei schönem Wetter und besserem Licht wird diese kleine Kamera sicher gut funktionieren!

 

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Papiernegative vergrössern mit einem ERNEMANN MEGASKOP aus den 20er Jahren

Grundsätzlich ist es ja nicht unbedingt nötig, Papiernegative zu vergrössern, da die meisten Anwender ja so oder so im Grossformat fotografieren. Trotzdem habe ich mir bei der Arbeit mit alten Kameras und kleinen Formaten wie z.Bsp. 6×6 überlegt, wie man diese Bilder einfach vergrössern könnte.
Papiernegative sind ja nicht durchscheinend und können nicht mit konventionellen Vergrösserern verarbeitet werden – ausser man verwendet einen sogenannten Auflichtprojektor, auch Episkop genannt. Und genau ein solches Monstrum befindet sich in meiner Antiquitätensammlung: Ein original ERNEMANN MEGASKOP aus den 20er Jahren.

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Also wurden die vergammelten Kabelverbindungen kurzerhand erneuert und die innenliegenden Spiegel wieder auf hochglanz aufpoliert.

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An die Wand meiner Dunkelkammer habe ich eine weisse PVC-Platte montiert und darauf den passenden Bildausschnitt markiert. Auch die genaue Position des MEGASKOPS auf meiner Arbeitsplatte wurde mit Klebeband markiert und einem ersten Test stand nun nichts mehr im Wege.
Als Photopapier hatte ich noch FORTE Baritpapier aus dem Jahre 1974 vorrätig. Ich wusste, dass dieses Papier aufgrund seines Alters nicht mehr besonders schnell sein würde und habe es mit ISO 0.5 gewertet. Die Lichtstärke des MEGASKOPS musste ich einfach schätzen. Nach etwas hin und her habe ich für die erste Belichtung eine Dauer von 1 Sekunde gewählt.

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Um das Streulicht des Projektors zu minimieren habe ich ihn vor dem Belichten mit einem schwarzen Tuch abgedeckt.
Bei Rotlicht wurde dann das Baritpapier an die Wand geklebt und von Hand habe ich den Projektor für eine Sekunde eingeschaltet. Danach wurde ganz normal entwickelt und es zeigte sich sehr schnell, dass meine Schätzungen für den ersten Versuch sehr gut waren.

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Oben links im Bild seht ihr das verwendete Papiernegativ. Klar zu verbessern ist die Schärfe der Projektion. Ob dies nun an der Optik des antiken MEGASKOPS liegt oder ob ich ganz einfach nicht sauber scharf gestellt habe weiss ich nicht. Das nächste Mal werde ich die Scharfstellung mittels einem Papierbild und Testmuster vornehmen. Scharfstellen mit dem Negativ scheint sehr schwierig zu sein.
Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Versuch!!

 

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Der „Reversal Prozess“: Der Einfluss von alter Entwicklerflüssigkeit auf das Endresultat

Vor einigen Tagen hat mein neuer „Reversal Process“ plötzlich nicht mehr funktioniert und ich hatte keine Ahnung wo der Fehler liegen könnte.
Nach der Überprüfung des Wasserstoffperoxids und der Säuremischung blieb dann eigentlich nur noch der ältere gebrauchte Entwickler als Fehlerquelle übrig. Interessanterweise war es immer noch möglich das Negativ optisch gut zu entwickeln, jedoch scheint der „Reversal Process“ eine viel gründlichere und stärkere Entwicklung zu benötigen, damit wirklich alle Silberionen in Silber umgewandelt sind.

Fazit: Der „Reversal Process“ benötigt immer möglichst frischen Entwickler, sonst werden die Bilder beim zweiten Entwicklungsvorgang grau – und diese Bilder sind dann verloren!

links: frischer ILFORD PQ UNIVERSAL                    rechts: alter, gebrauchter PQ UNI

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Alternative Photographie: Der „Reversal Process“

Translation: Please use the GOOGLE-Tool just at the right border. Thanks.

Seit einiger Zeit tüftle ich am experimentellen „Reversal-Process“ herum. Bei diesem alternativen Prozess belichtet man normales Photopapier mit extra langer Belichtungszeit und entwickelt danach das Papier mit konventionellem Entwickler. Es entsteht ein stark überbelichtetes und dunkles Papiernegativ. Danach wird das Papier in einer Zitronensäurelösung und einer Wasserstoffperoxid-Lösung gebleicht, bis das Papier wieder vollkommen weiss ist. Das ganze geschieht unter Rotlicht. Nach dem kurzen Waschen kann das Licht eingeschaltet werden und das weisse Papier wird im Entwickler nochmals entwickelt. Nachdem die Schwarzen Stellen im Papier vorher gebleicht wurden reagieren unter dem Licht nun die noch nicht belichteten Stellen und werden im Entwickler nun dunkel gefärbt. Es entsteht ein positives Photo, genau so wie z.Bsp. mit teurem HARMAN Positivpapier. Der Prozess ist natürlich komplett experimentell und noch lange nicht ausgereift, doch funktioniert das Ganze bisher recht gut. Die Photographien haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Kollodium-Photographien und sehen sehr speziell aus. Zudem sind diese Photos absolute Unikate, da kein Negativ hergestellt wird. Nachfolgend einige eher schlechte Beispiele von den gestrigen Versuchen mit der GÖRLITZER Pinhole Kamera von 1926:

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Folgendes Vorgehen aus meinem Labornotizbuch:

  1. Ilford Deluxe RC IV Multigrade, normal ISO 6, aktuell mit ISO 3 belichtet
  2. 3 Minuten in Ilford Rapid 1+9 entwickeln
  3. 30 Sekunden in Zitronensäurelösung (2g Zitronensäure pro Liter Wasser)
  4. 90 Sekunden in 17%iger Wasserstoffperoxidlösung, Bild nach unten
  5. Punkte 3 & 4 nochmals 2x wiederholen – dann sollte das Papier weiss sein
  6. Abzug kurz waschen
  7. Licht an
  8. nochmals 3 Minuten in Ilford Rapid 1+9 entwickeln
  9. Abzug wässern. Fixieren soll nicht unbedingt nötig sein, da alle Komponenten mit dem Licht bereits reagiert haben

Aktuelle Probleme: Aktuell belichte ich Papier mit ISO 3, bei den nächsten Versuchen werde ich es mit ISO 2 versuchen, damit ich ein noch dunkleres Negativ erhalte. Ein weiterer Versuch wird sein die Nachbelichtung nicht einfach bei Raumlicht sondern mit dem Belichter reproduzierbar und nur kurz, ca. 1 Sekunde, durchzuführen. Danach wieder bei Rotlicht fertigentwickeln. Interessant könnte auch eine schwächere Wasserstoffperoxidlösung sein, damit das Bleichen etwas sanfter passiert und weniger Flecken (stoning) entstehen.

Es gibt also noch einiges zu experimentieren! Ich freue mich auf Eure Kommentare und Ideen.

Bis zum nächsten Mal     Euer  Dan Aetherman

 

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Der Wynne’s Belichtungsmesser aus dem Jahre 1912

Vor einiger Zeit konnte ich mir diesen wunderbaren kleinen Schatz unter den Nagel reissen. es handelt sich um einen originalen WYNNE’S „INFALLIBLE“ EXPOSURE METER aus dem Jahre 1912. Das kleine Wunderwerk sieht auf den ersten Blick aus wie eine Taschenuhr. Im Innern verbergen sich lichtempfindliche Bromsilberpapier-Scheiben, mit denen sich die Helligkeit ermitteln lässt. Ich hatte das Glück auch das ganze Zubehör zu erhalten: die Bedienungsanleitung, ein Päckchen Bromsilberpapier, verschiedene Merkblätter und die Original-Blechdose mit einer dem Alter entsprechenden Patina.

Bilder sagen ja bekanntlich mehr als Worte – deshalb nachfolgend einige Details dieses antiken Belichtungsmessers.

Viel Spass!  Euer  Dan

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