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Kreativprojekt mit unserer kleinen Prinzessin: Eine Mini-Pinhole-Kamera aus dem 3D Drucker

In einer schwierigen Zeit wie gerade jetzt ist es besonders wichtig die Gedanken einmal abschweifen zu lassen und sich mit etwas „Kreativem“ zu beschäftigen.
Gestern habe ich mit unserer kleinen Tochter eine kleine funktionsfähige Pinhole-Kamera gebaut. Die Kleine hat die Kamera mit meiner Hilfe auf dem Computer mit TINKERCAD selbst gezeichnet und dann auf unserem „ENDER 3“ 3D-Drucker gedruckt.

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Das Pinhole selbst haben wir wie immer aus dem Alu einer Rechaudkerze hergestellt. Man schneidet ein 15x15mm grosses Stück aus dem Alu und sticht mit einer Nadel, unsere hatte einen Durchmesser von 0.5mm, vorsichtig ein Loch. Die Brauen auf der Rückseite des Blechs werden mit feinem Schleifpapier weggeschliffen. Dieser Vorgang von „Stechen & Schleifen“ wird einige mal wiederholt, bis ein perfektes Loch entstanden ist. Dieses kann mit einer Lupe kontrolliert werden. Das Alu mit dem Loch wird dann ins Innere des Kameragehäuse geklebt, in dem wir bereits beim Drucken ein Loch von 10mm ausgespart hatten.

Mahinas Pinhole Camera 01

Das „ILFORD RC Deluxe“ Photopapier haben wir auf ein Mass von 75 x 22mm zugeschnitten. Das Format sieht in etwa aus wie ein Heftpflaster.

Mahinas Pinhole Camera 03

Nach dem Zusammenbau ging es dann sofort raus in den Garten für den ersten „Test-Shoot“. Zur Berechnung der Belichtungszeit benötigt man den Blendenwert f der kleinen Kamera. Dieser wird wie folgt berechnet:

Brennweite von 27mm (Abstand vom Pinhole zum Papier) geteilt durch den Durchmesser des Pinholes von 0.5mm  =  f 54

Das ILFORD RC DELUXE haben wir für den alternativen „Reversal Process“ mit ISO 2 gewertet. Mit den errechneten Daten haben wir zusammen eine kleine Karte gestaltet, welche an die Kamera gehängt werden kann.

Belichtungskarte

Bei unserem Test gestern bei stark bedecktem Himmel haben wir einen EV-Wert von 12 geschätzt. Dies ergab eine Belichtungszeit gemäss Tabelle von rund 30 Sekunden.
Neugierig ging es nach dem Test zurück in die Dunkelkammer und unsere kleine Prinzessin hat ihr erstes Photo mit Ihrer konstruierten  Kamera selbst entwickelt….

Mahinas Pinhole Camera Photo

Der verwendete „Reversal Process“ ist ein Prozess der alternativen Photographie und erzeugt aus einem normalen Photopapier ohne Zwischenschritt direkt eine positive Silber-Gelatine-Photographie. Der erste Test war recht erfolgreich. Bei schönem Wetter und besserem Licht wird diese kleine Kamera sicher gut funktionieren!

 

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Ein Objektiv aus dem 3D Drucker

Von einem guten FB-Freund aus den USA bekam ich vor kurzem den Hinweis, dass die Linsen von Feldstechern durchaus als Objektive für Grossformatkameras verwendet werden können. Ich war etwas überrascht, dass solche Linsen funktionieren sollen und musste dies natürlich sofort austesten. Ich hatte noch einen alten defekten Feldstecher mit nur einem Glas, der aus dem ersten Weltkrieg stammte. Vom Alter her also durchaus passend für meine schöne LOEBER Holzkamera aus dem Jahr 1890.

eugen_loeber_fieldcamera_1890 stamped

Also konstruierte ich auf TINKERCAD ein einfaches Objektiv mit Steckblenden in den Grössen f8, f11, f22 und f32. Die Brennweite der alten Feldstecherlinse beträgt rund 160mm und passt also sehr gut zur Kameragrösse. Gedruckt wurde via ASTROPRINT.

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Die Berechnung der Lochgrössen für die Blenden ist einfach:  Brennweite 160mm geteilt in die jeweilige Blende, z.Bsp. f11: dies ergiebt für diese Steckblende eine Öffnung von 14,5mm Durchmesser.

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Die Teile aus dem 3D Drucker sind passenderweise schwarz – ein wichtiger Aspekt, wenn man Teile für Kameras druckt.

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Die Feldstecherlinse wurde dann im Objektiv eingeklebt und dieses wurde sauber mit der Kamera verschraubt.

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Nun war alles bereit für den ersten Test. Mit dem Auto ging’s zur nahen Kirche, Stativ aufgestellt, Kamera montiert und mit dem Billighandy die korrekte Belichtungszeit ermittelt. Da die Kamera keinen Verschluss besitzt sollte die Belichtungszeit etwa 4 Sekunden betragen. Also wurde Blende 22 gewählt. Das ILFORD RC DELUXE Papier im Format 13 x 18 werte ich für den „Reversal Process“ mit ISO 2 – normal hat es ISO 6.

Zurück in der Dunkelkammer konnte ich das Ergebnis kaum erwarten…

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Die rund 100 jährige Feldstecherlinse erzeugt ein sehr scharfes Bild, gegen den Rand hin etwas abfallend. Ideal wird vermutlich f32 sein – der nächste Versuch wird dies zeigen.

 

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